Private Finanzen

Edelmetalle als defensive Investments

Eine der Überlegungen, die mit dem Prinzip der Wirtschaftlichen Selbstverteidigung verbunden sind, ist die Suche nach alternativen Investments, die ein Depot schützen können und wetterfest machen. Aktien und andere traditionelle Investments können gut dazu geeignet sein, das Vermögen zu steigern und eine strategische Vorgehensweise in dieser Anlageklasse ist durchaus in der Lage, das Beste aus Ihrem Geld zu machen. Aber nicht jedes Investment muss notwendigerweise deutliche Gewinne abwerfen. Einige können auch gezielt als Schutz gegen Verluste eingesetzt werden.

Edelmetalle, wie Gold und Silber, können diese Aufgabe gut erfüllen. Sie werden grundsätzlich wie eine Währung gehandelt und der Anleger ist auch gut damit beraten, sie als eine Art Währungsersatz zu betrachten. Anders als bei einzelnen Währungen ist ihre Wertentwicklung jedoch nicht von der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Länder abhängig.

Der grundsätzliche Charme von Edelmetallen besteht darin, dass ihre Menge nicht beliebig vermehrbar ist. Natürlich sorgen die Minenunternehmen mit ihren Explorationstätigkeiten dafür, dass die Menge an Gold und Silber jedes Jahr etwas steigt. Doch diese Vermehrung hält sich in engen Grenzen und ist nicht zu vergleichen mit dem sprunghaften Anwachsen von Geldmengen in einem Schuldgeldsystem, in dem die Notenbanken die Druckerpresse anwerfen, um das Währungssystem am Laufen zu halten. Wenn beispielsweise der Euro – wie in den letzten Wochen geschehen – massiv unter Druck gerät, dann bedeutet das nicht, dass auch die Edelmetalle an Wert verlieren müssen. Ganz im Gegenteil: Gerade solche Phasen starker Kursschwankungen verschaffen den Edelmetallen häufig zusätzliche Nachfrage, da sie als Hort der Stabilität gesehen werden.

Wer in Gold oder Silber investieren will, sollte dies am besten in physischer Form, also mit Barren oder Münzen tun. Kostengünstig kann das beispielsweise bei dem Online-Markt Bullionvault geschehen. Dabei kann man wählen, ob man sich das Gold ausliefern lässt oder es in einem der Tresore des Unternehmens in Zürich, London, New York, Singapur oder Toronto lagern lässt.

In meinem Buch “Wirtschaftliche Selbstverteidigung“ habe ich gezeigt, dass der sogenannte Realzins ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Goldpreises ist. Dieser Realzins meint die sichere Rendite, die ein Investor nach Abzug der Inflation erzielen kann. Je niedriger der Realzins, desto attraktiver das Umfeld für Edelmetalle, insbesondere Gold.

Die Europäische Zentralbank dürfte mit ihrem großen Anleihenkaufprogramm dafür sorgen, dass die Zinsen im Euroraum auf absehbare Zeit nahe Null festgenagelt sind. Steigt die Inflation in den kommenden Monaten auch nur leicht an, haben wir es also mit negativen Realzinsen zu tun. Das ist ein denkbar günstiges Umfeld für steigende Goldpreise.

Aber ohnehin rate ich dazu, sich nicht von der täglichen Entwicklung des Goldpreises beeinflussen zu lassen. Wer Gold oder Silber kauft, der sollte es in erster Linie als eine Art Versicherung betrachten und sich mental von den kurzfristigen Wertschwankungen lösen.

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